Rezensionen zu den „Sendschreiben“ und „Nachrichten“

1763 schreibt Christian Gottlob Heyne eine Rezension zu den veröffentlichten „Sendschreiben“. Die Besprechung erscheint in der Zeitschrift: “Briefe, die neueste Literatur betreffend“. Dieses wichtige Organ der literarischen Öffentlichkeit war 1759 von Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn gegründet worden.

Wie aus der Rezension deutlich herauszulesen ist, galt Winckelmann als Gelehrter mit großer „Kenntniß der Alterthümer“, der mit seinen „sinnreichen Erklärungen und Anmerkungen“, „den Liebhabern der alten Geschichte, der Critik und der Künste von großer Wichtigkeit“ war. Heyne fasste auf knapp sieben Seiten die Hauptgedanken Winckelmanns zusammen. Eine allzu starke kritische Auseinandersetzung blieb aber aus, was an den geringen Kenntnissen in Deutschland zu den Ausgrabungen von Pompeji und Herkulaneum gelegen haben wird.

Zu den „Sendschreiben“ erscheint ebenfalls im Jahre 1763 in der Zeitschrift „Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste“ eine Rezension. Auch hier bleibt eine kritische Auseinandersetzung mit den Berichten Winckelmanns aus. Vielmehr ist es eine Zusammenfassung auf knapp sechs Seiten.

Interessanterweise wird 1764 in dieser Zeitschrift ein Sendschreiben veröffentlich, dass sich zu den Anmerkungen Winckelmanns zu den Schreibmaterialien- und techniken und der Beschaffenheit des Papyris äußert. Der Verfasser weist auf einige Ungenauigkeiten Winckelmanns bei der Herstellung des Papyris hin. Dieses aber mit großem Respekt vor Winckelmann, indem der Autor nicht sagt, Winckelmann irrt hier, sondern ihm eine Verwechselung von Papyri und Pergament zugesteht. Aber dennoch sagt er deutlich, wenn eine „Mutmaßungen des Hrn. W. (…) ohne Zweifel falsch“ ist.

Zu den „Nachrichten“ wird 1765 auch eine Rezension in der Zeitschrift veröffentlicht. Hier wird deutlich gesagt, was als Verdienst Winckelmanns angesehen wird: „Die Nachrichten (…) haben uns mehr Licht gegeben, als alles, was wir davon sonst gelesen haben.“ Und unter diesem Lichtschein ist denn auch die Kritik geschrieben, vollkommen schattenlos.