Publikationen aus Herkulaneum: „Relazioni“

Winckelmanns Eindrücke seiner Neapelreisen finden in allen seinen Publikationen Eingang. Explizit behandelt er die herkulaneischen Ausgrabungen in seinen „Relazioni“, und in seinen Werken „Sendschreiben“ und „Nachrichten“.

Relazioni

Die „Relazioni“ werden 1779/80 postum veröffentlicht. Einer früheren Publikation standen wohl die Beleidigungen und Angriffe auf andere Gelehrte im Weg auf die Winckelmann nicht verzichten wollte. Die Grundlage bilden die 17 Briefe, die Winckelmann an den Dresdener Hof gesandt hatte. Der Adressat ist vorwiegend Giovanni Bianconi, der sächsische Leibarzt des Kurprinzen. Die sogenannten „Relazioni“ sind in italienischer Sprache verfasst. Sie entstanden in den Jahren 1758-63.

In den Briefen berichtet Winckelmann von Pompeji, Portici, Herkulaneum, dem Tempel von Paestum, dem königlichen Schloss in Caserta, den Sammlungen in Capodimonte, der Bibliothek von San Giaovani Carbonara in Neapel, den Entdeckungen von und um Rom. Er schreibt aber auch Anmerkungen zu neapolitanischen Gelehrten und Ausgräbern.

Anfangs hatte Winckelmann die Briefe nicht für die Publikation vorgesehen, später fügte er aber in ihnen auch Zwischenüberschriften ein, die eine angedachte Veröffentlichung bezeugen. Winckelmann nannte diesen Briefwechsel „Gazetta Antiquaria“.

Der Grund für diese Reise war die Vorbereitung zu einer Schrift über Vasen. Er hatte im Januar 1767 von Lord Hammilton den Auftrag bekommen, dessen Vasen seiner Antikensammlung zu publizieren. Winckelmann sollte die Interpretationen zu den Motiven und Darstellungen liefern.